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MEDA-JOURNAL | Online-Ausgabe
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CODIPSA – mennonitisches Kapital bringt wirtschaftliche Entwicklung für Kleinbauernfamilien

CODIPSA heißt: Compañía de Desarrollo y de Industrialización de Productos Primarios Sociedad Anónima und das bedeutet: Aktiengesellschaft zur Entwicklung und Verarbeitung von Landwirtschaftsprodukten.

Vor fünf Jahren nahm die erste Fabrik dieser Gesellschaft die Produktion von Mandioka-Stärke in der Nähe der Kolonie Tres Palmas in Caaguazú auf. Zunächst 400, heute etwa 700 Familien liefern den Rohstoff, die Mandioka, an die Fabrik. Die Fabrik verarbeitet die Mandioka zu Stärkemehl.Auf diese Weise erhalten die Kleinbauernfamilien in der Umgebung der Mennonitenkolonien Tres Palmas und Bergthal in Caaguazú ein stabiles monatliches Einkommen und können so ihren Lebensunterhalt verbessern.

Am Anfang stand die Idee einer Gruppe von mennonitischen Unternehmern, die sich in MEDA-Py, einer mennonitischen Hilfsorga-
nisation zur wirtschaftlichen Entwicklung zusammengeschlossen haben. Sie wollten einen Beitrag zur Armutsbekämpfung auf dem Land leisten. Unternehmerisches Know-how und Kapital waren vorhanden. Zunächst war die Frage: Welches Produkt kommt in Frage, um möglichst vielen Menschen eine Möglichkeit zur Produktion zu geben, die sie auf ihrem kleinen Landbesitz durchführen könnten. Hier bot sich die Mandioka an, die relativ leicht und ohne große Kenntnisse anzubauen ist und die auch keine aufwändige Pflege braucht.

Man gründete also eine Aktiengesellschaft, da MEDA-Py selbst kein Wirtschaftsunternehmen ist. Rund US $ 600.000.- mussten aufgebracht werden, um das Grundstück zu kaufen, die Fabrik aufzubauen und einzurichten. 50 Aktionäre, darunter auch MEDA-Py und MEDA-NA, zahlten Kapital ein. So konnte die Fabrik im Jahr 1999 mit der Produktion beginnen. Dabei zeigten sich am Anfang schwere Probleme. Zunächst einmal mussten genug Produzenten gefunden werden, die bereit waren, ihre Mandioka zuverlässig bei der Fabrik abzuliefern. Da die Bauern wenige Jahre vorher schon einmal viel Mandioka produziert hatten, ohne diese verkaufen zu können, war das Misstrauen groß. Hinzu kam, dass im Jahr 1999 plötzlich eine starke Knappheit und Nachfrage nach Mandioka aus Brasilien kam, so dass viele Händler die Mandioka aus der Zone aufkauften und nach Brasilien transportierten.

Dieses Problem zeigte deutlich, dass man mit den Produzenten eine direkte Beziehung aufbauen musste. So wurden insgesamt 42 Komitees gegründet, in denen sich die Produzenten zusammenschlossen. Diese Komitees sind die Ansprechpartner der Fabrik. Hier werden sie über die Arbeitsweise informiert, über die Marktlage und die Erwartungen, die die Fabrik an sie stellt, und sie erhalten technische Hilfe wie zum Beispiel die Abgabe von Stecklingen Landvorbereitung und Kredite. Durch diese Beratung konnte die Anbaufläche auf etwa 1000 ha ausgeweitet werden.

Das zweite große Problem war die Vermarktung der Mandiokastärke, da man zunächst überhaupt keine Erfahrung und keine Kontakte zu Abnehmern hatte. Auch das Problem ist mittlerweile gelöst. Die Marke CODIPSA ist auf dem internen Markt in Paraguay bekannt und die Fabrik kann ihre Produktion gut absetzen. Man sucht aber nach weiteren Märkten und die Aussichten sind auch gut, da Mandiokastärke nicht nur zum Backen von Chipas gebraucht wird, sondern unter anderem auch als Rohstoff für die Papierherstellung und als Bindemittel für die Herstellung von Holzkohlenbriketts verwendet werden kann. Um ein zuverlässiger Handelspartner für den Export sein zu können, müsste die Produktion aber noch weiter gesteigert werden.

So hat sich die Fabrik nun einen festen Platz im Markt erobert. Sie konnte allein im Jahr 2003 an die Bauern eine Summe von US $ 450.000.- und im Jahr 2004 US $ 600.000.- auszahlen, was ein bescheidenes Monatsgehalt pro Familie ausmacht.

Auch für die Kapitalgeber ist der Einsatz nicht ganz selbstlos. Durch die Abzahlung der Kredite und die Wertsteigerung der Einrichtungen und des Grundstücks sind die Aktien um 120% im Wert gestiegen und es konnte eine erstmalige Dividende von 10% auf jede Aktie ausgezahlt werden. Daneben bietet die Fabrik auch 9 Personen einen festen Arbeitsplatz.

CODIPSA hat sich also in fünf Jahren zu einem stabilen Wirtschaftsunternehmen entwickelt. Vor allem bringt es einen bescheidenen Wohlstand für die rund 800 Produzenten, in die Bauerndörfer in der Umgebung von Tres Palmas und Bergthal. Neben den Einnahmen der Bauern konnte auch ein Beitrag zu einem Schulbau und einem Gesundheitsposten geleistet werden.

Der Erfolg hat dazu geführt, dass CODIPSA nun plant, eine zweite Fabrik aufzubauen. Dies hätte zur Folge, dass man den Exportmarkt beständig beliefern und damit den Absatz besser sichern könnte. Und man könnte den Bauern einer weiteren Region zu besseren Einnahmen verhelfen. Gerade in der gegenwärtigen Situation, wo auf dem Land viele Kleinbauern gedrängt werden, ihre kleinen Flächen zu verkaufen, um den großen Sojaproduzenten Platz zu machen, wird hiermit auch soziale Sicherung der Bauern und damit sozialer Frieden geschaffen.
Ein Ort für diese zweite Fabrik ist auch schon festgelegt. Es ist „3 de Noviembre“ südöstlich von Sommerfeld. Man hat sich für diese Gegend entschieden, weil hier auch schon eine Organisation für Nachbarschaftshilfe von Sommerfelders Bürgern besteht, die Kontakt mit den Bauern der Umgebung hat.

Was nun noch gebraucht wird: das notwendige Kapital. CODIPSA hatte am 10. August alle Aktionäre und mögliche Interessenten aus der Umgebung Asuncións zu einem Treffen eingeladen, bei dem über die Lage des Unternehmens informiert und die Zukunftspläne vorgelegt wurden. Bei der Gelegenheit wurden die Anwesenden, vor allem Asuncioner Geschäftsleute, aufgerufen, neues Kapital zusammenzubringen und Aktien zu kaufen. Die neue Fabrik wird knapp eine Million US-Dollar kosten. Davon soll mindestens die Hälfte durch Eigenkapital finanziert werden. Mit diesem Artikel möchte CODIPSA auch Personen in den anderen Mennoniten-Kolonien ansprechen. Das Projekt leistet einen echten Beitrag zum Frieden in diesem Land, da es schon in kurzer Zeit die Lage der Einwohner in der Umgebung der Fabrik verbessert. Vor allem aber führt es dazu, dass die Menschen dieser Zone durch ihre eigene Arbeit vorankommen, wodurch sich auch ihr Selbstbewusstsein und ihre Bereitschaft, für ihre eigene Gemeinschaft Verantwortung zu übernehmen, erhöht.

Wer sich für dieses Projekt genauer interessiert oder bereit ist, sich mit dem Kauf von Aktien an dem Unternehmen zu beteiligen, kann sich an folgende Stelle wenden: CODIPSA, Telefon +595 [0]21-282 411.
Michael Rudolph



Suchet der Stadt Beste, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für die
zum Herrn; denn wenn´s wohl geht, so geht´s auch euch wohl. - Jeremia 29,7
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